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Besuch in der Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau

„Und auf einmal wurde mir bewusst, dass das hier bei uns passiert ist, da wo wir heute leben und nicht irgendwo in der Ferne.“ Diese wichtige Erkenntnis nimmt nicht nur eine Schülerin mit, sondern wohl alle, die an der Exkursion der Klassen 10a und 10d in die Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau teilgenommen haben.

Sehr eindrücklich schilderten Axel Grünvogel und Martin Guse in der Dokumentationsstätte die Geschichte der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die nach Liebenau verschleppt oder unter falschen Vorwänden angelockt wurden, um in der Pulverfabrik zu arbeiten. Exemplarische Lebensgeschichten machten die weitreichenden Konsequenzen des rassistischen Menschenbildes der Nationalsozialisten deutlich und auch, wie verwoben und komplex Lebensverläufe sein können.

Bei der Fahrt über das große Gelände wurden Gebäudereste inspiziert, die wie bei einem lost place ihre frühere Nutzung nur noch erahnen lassen. An der ein oder anderen Stelle erforderte es auch Mut und besondere Vorsicht bei der Begehung. Historische Aufnahmen und Geschichten zur Pulverproduktion und ihren Gefahren, dem Umgang der Menschen vor Ort mit den Zwangsarbeitern oder zur Nachnutzung des Geländes während des Kalten Kriegs regten zum Nachdenken an und standen im Kontrast zur eigentlich schönen Waldlandschaft.

Am Schluss blieb die Überzeugung, dass es in Zeiten von Hass und Hetze immer auf die einzelne Person ankommt. Jede,r kann sich entscheiden, menschlich zu handeln, Mitgefühl zu zeigen und Mitmenschen niemals ihr (gleichwertiges) Menschsein abzusprechen.

Recht herzlichen Dank an den Förderverein des Gymnasiums, der diese wichtige Exkursion finanziell unterstützt hat.

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